plöp
Damit hier nix gelöscht wird..
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Kriesch doch nit…
… wenn et vorbei es
denk leever dran wie schön die Zick doch wör
et jitt nix wat mer halde kann
und häng ding Hätz och noch su dran
Ohne Abschied fing nie jett neues ahn…
Nun ist es also wirklich fast soweit, die Zeit in Dunedin ist wirklich fast vorbei, und ich werde auf unbestimmte Zeit Abschied von dieser wundervollen Südinsel Neuseelands nehmen. Dass jedoch, wie im oben zitierten Text eines Bläck-Fööss-Liedes, durch den Abschied etwas neues anfängt (in meinem Falle das gut dreiwöchige Kapitel Australien), lindert den Abschiedsschmerz im Moment gewaltig.
Was jedoch schade ist und mich auch gewaltig nervt (weil ich selbst dafür verantwortlich bin), ist, dass ich mich gar nicht gebührend von Stadt und Leuten verabschieden werden könne, da ich natürlich wieder alles auf die letzte Minute erledigen musste und daher erst vor ca. 10 Minuten mein Essay abgegeben habe, ich bin morgen mittag jedoch noch eine Menge anderes Zeugs zu erledigen habe, wird das Abschiedsbier für mich hier leider ausfallen müssen. Da ich jedoch auf Australien, später in Auckland und auch am Ende auf den Cook Inseln jedoch noch eine Menge Leute von hier wiedersehen werde, ist das aber auch nicht furchtbar schlimm.
Der gestrige Tag bestand also wie bereits erwähnt im wesentlichen im Beenden meines Essays. In diesem Zusammenhang kam es jedoch zu einem kleinen Problem: Als ich gegen abend nach Hause kam, funktionierte aus irgendeinem Grund der Strom bei uns nicht. Zuerst dachte ich an einen Stromausfall, aber dann wurde mir der wahre Grund auf einmal bewusst: Seit März oder so haben sich die Kiwis was ganz tolles ausgedacht und haben Pre-Paid-Strom eingeführt. Das heißt, dass man immer zum Post-Office latschen muss und dort seinen Strom im Voraus kauft. Ist dieses Kontingent aufgebraucht, geht nix mehr. Eben dies passierte also gestern. Problem: Der gestrige Montag war in Neuseeland ein Feiertag! Das heißt: Der dritte Tag in Folge hatte das Post-Office geschlossen, also 3 Tage keine Möglichkeit, den Strom aufzuladen. Obwohl, eigentlich gäbe es noch eine zweite Möglichkeit: Im Prinzip gibt es eine kostenlose Hotline, über die man per Kreditkarte den Strom aufladen kann, das dumme ist dann nur, wenn man an einem Feiertag abends in der dunklen Wohnung steht, sich sehnlichst nach Licht, Internet und Heizlüfter sehnt und dann diese bescheuerte Telefonnummer nicht funktioniert. Also bin ich dann wütend und dieses Stromsystem verfluchend wieder Richtung Uni gelaufen, wo ich dann bis halb 3 in der Nacht an meinem Essay gesessen habe. Was wirklich erstaunlich ist: Obwohl ich die Kiwis jetzt wirklich nicht als die fleißigsten und strebsamsten Leute bezeichnen würde, ist es doch verwunderlich wie viel mitten in der Nacht noch in den PC-Labs in den Unigebäuden los ist. Zumindest hilft das etwas bei der Motivation, wenn man nicht der einzige ist, der nach Mitternacht nix besseres zu tun hat, als an seinem zweitletzten Abend in Dunedin in der Uni zu hocken. Als ich dann nach Hause gekommen bin, hat der Strom auf einmal wieder funktioniert, keine Ahnung, wie meine Mitbewohner das hinbekommen haben
Gepackt habe ich größtenteils auch schon, der Rucksack, den ich mitnehmen werde, wird proppevoll sein. Immerhin muss dort alles Zeugs für die nächsten sechseinhalb Wochen rein.
Sechseinhalb Wochen. So lang am Stück war ich noch nie im Urlaub. Aber: Ich freue mich drauf
! Auch wenn die Zeit mit Sicherheit sehr anstrengend wird, ich wohl meistens nie zweimal hintereinander im gleichen Bett schlafen werde und die Privatsphäre in der nächsten Zeit sehr eingeschränkt sein wird, locken Traumstrände und deutlich angenehmere Temperaturen als die, die hier im Moment herrschen.
Ich hoffe sehr, dass ich auch aus Australien und meinen späteren Reisezielen hin und wieder etwas hier schreiben kann, immerhin wird es bestimmt wieder viel zu erzählen geben. Und das ein oder andere schöne Foto werde ich vermutlich auch machen können.
Viele Grüße, zum letzten Mal aus Dunedin, nach Deutschland,
Stefan
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Endspurt in Dunnaz
Da der letzte Eintrag ja auch schon wieder was her ist, muss ich die Leserschaft mal wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Immerhin tickt der Countdown ja unermüdlich und unaufhaltsam, heute ist es noch exakt eine Woche, bis ich Dunedin verlassen werde.
Ich hatte noch gar nicht von unserer Flat-Party berichtet, was ich hiermit nachholen möchte. Am Samstag vorletztes Wochenende habe ich mit meinen Mitbewohnern Toko und Vafa, sowie dem Nachbarn Arron eine Party in unserer Wohnung veranstaltet.
Hier unser köstliches Buffet:
Und hier ein Bild der Veranstalter (von links nach rechts: Arron, Vafa, Toko, den Typ ganz recht kennt Ihr):
Und hier die Gäste (hier allerdings ohne namentliche Nennung
):
Insgesamt hat sich die Party sehr gelohnt, es war sehr lustig. Was vielleicht auch nicht zuletzt am erstklassigen Punch lag, den ich für die Feier gebraut hatte. Flatpartys sind im übrigen sehr üblich in Neuseeland, was eventuell daran liegt, dass die Wohnungen alle sehr spartanisch eingerichtet sind und es egal, wenn mal ein bißchen Bier auf den Teppich kommt, kaputt gehen kann normalerweise eigentlich nichts (es sei denn, Couches werden verbrannt, unsere haben glücklicherweise aber beide überlebt). In der Regel sind Flatpartys hier auch sogenannte BYO-Partys (Bring Your Own), also jeder sorgt selbst dafür, dass er am Abend nicht verdurstet, was das ganze für den Veranstalter wesentlich einfacher und auch kostengünstiger macht. Alkohol gab es nicht zu knapp, und als gegen halb 4 die letzten Gäste verschwunden waren, glich unser Wohnzimmer einem Schlachtfeld:
Mit einem kleinen Kater im Gepäck begab ich mich am Tag drauf dann mir Marcus und Miriam noch auf einen kurzen Daytrip in die Umgebung. Zuerst ging es zum Long Beach, wobei wir auf dem Weg mit einer wunderbaren Aussicht auf die Otago Peninsula beglückt wurden:
Ein Foto vom Beach darf dann natürlich auch nicht fehlen:
Danach ging es dann nochmals zum Cape Saunders auf der Peninsula, für mich damit dann schon zum dritten Mal insgesamt. Fotos davon gab es aber ja schon in den entsprechenden Beiträgen. Stattdessen lieber noch eine kleine Anekdote: Als wir uns wieder auf den Nachhauseweg machten und an einer Schotterpiste an einem Inlet vorbeifuhren, sahen wir auf einmal, dass sich direkt neben uns im Wasser etwas Großes bewegte. Natürlich mussten wir nachsehen, was da vor sich ging, und tatsächlich wurden wir Zeuge davon, wie sich ein Seelöwe auf Fischjagd begab. Hier hat der Kollege gerade einen Fisch gefangen und springt halb aus dem Wasser:
Um den Fisch dann wenig später auf die Wasseroberfläche zu klatschen und in hohem Bogen zur Seite zu schleudern (genau hinsehen, da fliegt ein Fisch durch die Gegend
):
Damit sollte dann auch der letzte Ausflug für mich auf Südinsel zu Ende gehen.
Denn seitdem gab es noch einiges für die Uni zu tun, glücklicherweise habe ich mittlerweile alle Assignments bis auf ein Essay abgeschlossen. Das bereitet mir zwar nachwievor Kopfschmerzen, denn langsam lässt auch die Motivation nach, aber trotzdem ist es schön zu wissen, dass ein Ende in Sicht ist.
Parallel laufen auch immer noch die Planungen für Australien, obwohl sich da der Fortschritt noch in Grenzen hält, weil alle Mitfahrenden bis zur Abreise noch genug zu tun haben. Klar ist jedenfalls bislang, dass Michael und ich am nächsten Mittwoch (4. Juni) mit dem Bus nach Christchurch fahren, dort eine Nacht im Backpacker schlafen, eventuell am Morgen drauf noch kurz ins Chirstchurch Aquarium gehen (dort gibt es neben ner Menge Fische nämlich auch Kiwis, die wir ja leider hier gar nicht gesehen haben), und dann fliegen wir nachmittags nach Brisbane. Unser Auto für dort haben wir auch schon gebucht, alles weitere wird dann allerdings wohl vor Ort spontan entschieden. Ein Tauchkurs steht nachwievor zur Debatte, mal schauen, ob was draus wird.
Ansonsten gibt es neben dem Essay in den nächsten Tagen noch einige Partys und Abschiede, so dass die Zeit bis nächsten Mittwoch wie im Fluge vergehen wird. So wie generell die Zeit hier in Dunedin. Klar, ich bin schon eine gewisse Zeit hier, trotzdem ist es erstaunlich, wie schnell man sich daran gewöhnt hat, hier zu leben und ich zumindest kann es noch gar nicht begreifen, hier bald wegzugehen. Trotzdem dürfte ja das ein oder andere Bild, das ich im Laufe der letzten gut 3 Monate hier gepostet habe, zeigen, dass ich die Zeit hier unten äußerst gut genutzt habe; auch wenn es mich ein wenig ärgert, dass ich trotzdem noch sooooo vieles hier nicht besichtigen konnte.
In alter Tradition auch noch ein Wort zum derzeitigen Wetter: Kalt!
Viele Grüße in die Heimat,
Stefan
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Abschied auf Raten
Die MidSemester-Breaks (und damit auch ein Überfluss an Impressionen) liegen jetzt bereits schon wieder 3 Wochen hinter mir. Die Zwischenzeit wurde wie ja bereits berichtet hauptsächlich von Uni-Assignments und dem Einsetzen des Winters bestimmt. Die Zeit hier neigt sich also langsam dem Ende, und damit auch die Chance, letzte Eindrücke Neuseelands mit nach Hause zu nehmen. Der Gedanke daran macht mich wirklich etwas traurig, denn ich werde dieses wunderschöne Land und damit auch die Möglichkeit, innerhalb weniger Autominuten durch diese einzigartigen Landschaften zu fahren, sehr vermissen.
Obwohl ich nachwievor noch viel für die Uni zu tun habe (nächste Woche gibt es noch die Abgabe eines 10-seitigen Gruppenreports am Mittwoch und eine Klausur am Freitag), konnte ich gestern einfach nicht anders und bin mit Michael, Miriam und Marcus auf einen erneut tollen Tagestrip mitgekommen.
Da es mittlerweile schon um halb 6 dunkel wird, haben wir uns direkt nach Michaels Vorlesung um 10 Uhr auf den Weg gemacht. Erstes Ziel war der sogenannte Tunnel Beach, der anscheinend selbst bei den Einheimischen unbekannt ist, da wir zunächst Probleme hatten, eben jenen zu finden und uns selbst Kiwis, die letztlich nur wenige Minuten davon entfernt wohnten, keine Hilfe beim Wegsuchen geben konnten. Letztlich kamen wir aber dann dennoch mit Udo (der immer noch lebt) am Ziel an, und es stellte sich schnell heraus, dass sich die Suche gelohnt hatte. Vom Parkplatz mussten wir zunächst ca. 15 Minuten einen Weg nach unten gehen, doch von oben hatte man definitiv die beste Aussicht:
Und hier von etwas weiter unten:
Und warum heißt das ganze jetzt Tunnel-Beach? Was man auf den Photos jetzt nicht sehen kann, ist ein Tunnel, der von der Klippe unten auf einen kleinen Stein-Strand führt. Einst hatte ein ehrenwerter Herr seiner Verehrten ein Geschenk machen wollen und ihr damit ermöglicht, ohne größere Anstrengungen zum Wasser zu gelangen.
Wie auch immer, Schafe gab es hier natürlich auch wieder:
Auf dem Weg nach oben begegnete uns dann noch ein Schaf auf dem Weg, das dem Anschein nach ausgebrochen war. Da Schafe wie ja bereits schon einmal geschrieben äußerst scheu sind, war es von den herangekommenen Menschen alles andere als begeistert. Während wir gemächlichen, aber stetigen Schrittes den Weg nach oben suchten, lief das Schaf immer ca. 10 Meter vor uns her, mähte laut nach Verstärkung (die aber nicht kam), guckte uns bedrohlich an, um dann, wenn wir wieder auf 5 Meter herangekommen waren, wieder den Abstand auf 10 Meter zu vergrößern. Das wiederholte sich dann so lange, bis auch aus der anderen Richtung Menschen kamen. Jetzt bekam das arme Schaf leichte Panik und rannte mit voller Geschwindigkeit in unsere Richtung, kam direkt auf mich zugesprintet, bremste dann 1-2 Meter vor mir ab, wich aus und suchte dann sein Heil in einer weiten Flucht.
Wir wiederum fuhren danach auf die Otago Peninsula, der ich im März bereits einen Besuch abgestattet hatte (hier nachzulesen: KLICK). Erster Stop war dann wie bereits damals die atemberaubende Sandfly Bay. Bilder gibt es ja bereits im anderen Beitrag, trotzdem weil es so schön war noch ein Bild von einer schönen Welle:
Im Gegensatz zum letzten Mal haben wir dieses Mal zudem eine Menge Seelöwen hier gesehen. Hier ist das erste Bild, wer den Fehler findet, darf ihn behalten:
Nachdem Michael dann in den Steinen noch barfuß auf einen toten Seelöwen draufgetreten ist und wir vergeblich nach Pinguinen Ausschau gehalten hatten, bekam der Kollege von oben auf einmal Besuch von einem wie es den Anschein hatte sehr paarungsbereiten Männchen:
Auf der Flucht:
Allerdings vergeblich:
Schließlich sind die beiden dann im Wasser verschwunden und wir haben uns so langsam wieder auf den Weg gemacht. Da Miriam und Marcus dieses Mal die Pinguin-Tour gebucht hatten, die Michael und ich schon das letzte Mal gemacht haben, stand zunächst wieder eine kleinere Autotour an, vorbei an schafbevölkerten grünen Wiesen:
Besonders hier auf der Peninsula ist das Autofahren ein echtes Highlight, da man entweder immer direkt am Meer entlang fährt oder durch hügelige Landschaften wie oben kommt und teilweise im Hintergrund den weiten Ozean sieht.
Während die anderen beiden dann die Pinguine gucken waren, machten sich Michael und ich dann noch zum Allans Beach auf, der mal wieder vollkommen menschenleer war und deshalb der Vollständigkeit halber auch phototechnsich hier erwähnt werden soll:
Auch wenn das hart klingen mag: Was in Deutschland ein absolutes Highlight wäre, ist nur einer von vielen.
Schließlich begaben wir uns dann noch schnell vor Sonnenuntergang zum Cape Saunders, welches bereits das letzte Mal so toll war:
Nachdem wir dann Miriam und Marcus mit 30-minütiger Verspätung abgeholt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg nach Dunedin; wo wir uns dann erstmal eine leckere Pizza gönnten.
Da der Tag mal wieder sehr toll war und sich das schöne Wetter noch bis Sonntag halten soll, überlegen wir derzeit, ob wir uns am Sonntag noch einen weiteren freien Unitag gönnen sollen. Im Moment tendiere ich sehr deutlich zu einem “ja”
. Wahrscheinlich wird es dann tatsächlich die letzte Möglichkeit noch einmal etwas aus Dunedin hinauszukommen.
Sehr früh werden wir aber wohl nicht loskommen, weil ich heute abend mit meinen Mitbewohnern Toko und Vafa, sowie unserem Nachbarn Arron noch eine kleine Party in unserer Flat veranstalten.
Viele Grüße nach Deutschland und ein schönes Wochenende wünscht
der Stefan
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Nie mehr, nie mehr, nie mehr….
ZWEITE LIGA!!!!!!!
Es ist also einmal wieder soweit: Der FC ist endlich zurück in der Fußball-Bundesliga! Pünktlich um ca. 1:48 neuseeländischer Ortzeit mitten in der Nacht war der vierte Aufstieg nach 2000, 2003 und 2005 perfekt. Und wie schon beim Aufstieg 2003, als ich in Südspanien war, sollte ich auch dieses Jahr das Treiben nur aus der Ferne verfolgen können.
Nachdem ich mich am Sonntag abend zuvor noch mit jemandem wegen einer Präsentation am nächsten Tag getroffen hatte, war ich pünktlich um halb 12 wieder zu Hause (nachdem ich, mittlerweile zum 3. Mal, die Campus Watch bestellen musste, weil ich mal wieder meinen Schlüssel in meinem Zimmer hatte liegen lassen.. Viel Spaß beim Hohn und Spott-Vergießen!) und konnte mich mit FC-Hymne auf das Spiel gegen Mainz einstimmen. Um Mitternacht ging es dann los, während Dunedin schon schlief und die Bedeutung dieses Spiels hier ungefähr der des Umfallens eines Sacks Reis in China entsprach, sollten die nächsten 90 Minuten zu den wichtigsten der jüngeren Vereinsgeschichte werden. Da das Internet hier irgendwie immer langsamer wird, konnte ich leider nicht Livebilder von Bwin.com genießen, das hatte eher etwas von ner Dia-Show als einer flüssigen Fußballübertragung. Immerhin konnte ich wieder 90 Minuten Bundesligaradion hören, und nach dem Spiel war dann die Freude riesengroß.
Ein wenig Wehmut machte sich dann dennoch breit, als ich dann alleine in meinem kalten Zimmer saß, während in Köln bei, wie ich hörte, perfektem Aufstiegswetter, langsam aber sicher alle Dämme brachen. Naja, bei der Aufstiegsfeier in 2 Jahren bin ich dann eben wieder dabei
Eine erschreckende Wahrheit muss ich dann dennoch hiermit veröffentlichen. Von Velia wurde es mir ja bereits mehrfach vorgeworfen, und um ehrlich zu sein glaube ich mittlerweile selbst daran: Das Wohl und der Erfolg des Vereins wird in erheblichem Maße von meiner An- bzw. Abwesenheit beeinflusst. Kleines Zahlenbeispiel gefällig? Bis zu meiner Abreise holte der FC in 19 Ligapartien 31 Punkte, was einem Mittel von 1,63 Punkten pro Spiel entspricht, auch das peinliche Aus im DFB-Pokal gegen Bremen II fällt noch in meinen “Verantwortungsbereich”. Seit ich jedoch in einer sicheren Entfernung von ca. 20.000 Kilometern lebe, hat sich das Blatt gewendet: In seitdem 14 Spielen mit einer Ausbeute von 29 Punkten kommt der FC auf 2,07 Punkte/Spiel. Mit der 1,63 Punkte-Ausbeute käme der FC hochgerechnet auf gerade einmal auf 55 Punkte nach 34 Spielen, was nach derzeitigem Stand kaum zum Aufstieg reichen würde. Dennoch muss ich die FC-Anhänger unter Euch enttäuschen: Auch wenn das nach diesen schockierenden Offenbarungen egoistisch anmutet, werde ich selbstverständlich in der nächsten Saison wieder in Köln zugegen sein, und noch schlimmer, auch dank Dauerkarte regelmäßig den Spielen im Müngersdorfer Stadion beiwohnen.
Das war ein wenig Mathe, jetzt kommt noch ein wenig BWL:
Nachdem ich unverschämterweise in E-Mails als Langzeiturlauber bezeichnet wurde, zur Abwechslung im Sinne der Richtigstellung mal ein kleiner Blick auf die Vorkommnisse hier die Uni betreffend:
Wie ich ja bereits am Anfang irgendwann bereits geschrieben habe, belege ich hier 3 verschiedene Marketing-Paper, die da wären: Food Marketing, Competitive Strategy und Internet Marketing:
1.) Food Marketing
Food Marketing ist wahrscheinlich mein Lieblingskurs in diesem Semester, obwohl es wie ich denke den meisten Aufwand verursacht. Für jede Vorlesung müssen wir einen Artikel mit 3 Review-Questions vorbereiten, was auch stets kontrolliert wird. Erschwerend kommt hinzu, dass die Vorlesung am Montag um 9 Uhr morgens stattfindet, was für Studenten (und da dulde ich keine Widerrede) keine akzeptable Zeit ist
Rob, der Dozent, ist sehr kompetent, spricht aber mit teilweise fiesem britischen Slang unglaublich schnell (vielleicht sogar noch schneller als Katrin!), was das Zuhören (und gleichzeitiges Notizen machen) ziemlich anstrengend macht. Thematisch trifft es meinen Geschmack jedoch ziemlich auf den Kopf, und ich kann jetzt schon sagen, einige hilfreiche Dinge mitgenommen zu haben. Nachdem ich letzte Woche ein 5500-Wörter-Essay über einen großen neuseeländischen Einzelhandels-Giganten (Foodstuffs) abgegeben habe, hatten wir am Montag die bereits zuvor angekündigte Präsentation. Lief alles ganz gut, trotz akutem Schlafmangel zwecks privater Aufstiegsfeier. In einandhalb Wochen steht dann noch ein finaler Test an, vor dem ich ein wenig Bammel habe, was aber angesichts der Tatsache, dass 70% des Assessment dank des Essays und der Präsentation bereits hinter mir liegen, merklich relativiert wird.
2.) Competitive Strategy
Competitive Strategy ist, was die Vorlesungen betrifft, ein Laber-Fach, wie es im Buche steht. Akademischer Inhalt = Null, dafür aber wenigstens sehr locker. Was vor allem an Phil, dem Dozenten, liegt, der während der VL hin und wieder einfach irgendwelche Musikvideos von Youtube abspielt, ohne irgendeinen Bezug zum Inhalt der Vorlesung. Als Assignments liegt bereits eine wirklich gute Gruppenarbeit über die Analyse der strategischen Ausrichtung eines lokalen Cafes inklusive Präsentation hinter uns. Ein weiteres Einzel-Essay steht allerdings bevor. Im Aufstiegsrausch habe ich mich dazu entschieden, diese Strategie-Empfehlung (so das Thema/ der Inhalt des Essays) über den 1. FC Köln schreiben. Die Idee, einen signifikanten Zusammenhang zwischen Punkteausbeute (FC) und Aufenthaltsort (Stefan) zu untersuchen, werde ich aber wohl dennoch nicht umsetzen.
Schön an CS ist jedenfalls, dass es keinen Abschlusstest gibt, sondern die Note nach den beiden großen Essays sowie der Abgabe von insgesamt 5 einseitigen Kurz-Essays bereits feststeht.
3.) Internet Marketing
Internet Marketing war, soweit steht bereits jetzt fest, ein tiefer Griff ins Klo. Zum einen ist die Vorlesung tierisch langweilig und darüberhinaus fachlich vollkommen daneben, woran Mathew, der indische Dozent, nicht ganz unschuldig ist. Ein Beispiel: Um die angeblich geringe Affinität Neuseelands zum Medium Internet zu illustrieren, nimmt Mathew eine Tabelle der zehn Länder, die, in absoluten Zahlen, die größte Anzahl an Internetusern haben. Er verweist dann darauf, dass Neuseeland, sofern sich an den hier vorherrschenden Strukturen nichts ändern, auf absehbare Zeit nicht in die Top 10 vorstoßen. Nein, das glaube ich auch nicht. Immerhiin hatte selbst das auf der zehnten Stelle platzierte Land noch eine User-Menge von über 20 Millionen, die für das 4-Millionen-Land Neuseeland in der Tat schwer zu erreichen ist. Nänänä..
Weiterhin kommt hinzu, dass ich in einer Gruppenarbeit die schlimmste Gruppe ever erwischt habe. 4 vollkommen unmotivierte Kiwis, mit Ahnung von nix. Zum Glück ist dieses Gruppenprojekt bald abgeschlossen.Auch ein 5-Seiten-Essay gab es in Internet Marketing bereits, ein Test folgt noch am Ende des Semesters.
Insgesamt bin ich jedenfalls froh, wenn ich mit der Uni hier fertig bin, denn im Moment gibt es ziemlich viel zu tun, und da die Reisezeit in Neuseeland ja leider auch mittlerweile zu Ende ist, konzentriert sich im Moment alles auf das Fernziel Australien. Heute in 3 Wochen werde ich Dunedin im übrigen schon verlassen haben, das geht jetzt wirklich sehr schnell. Und ist, auch wenn es heute wieder ein grauer Spätherbsttag hier ist, doch ziemlich traurig..
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“Winter is coming..”
Wie Ihr ja bestimmt schon häufiger festgestellt habt, hatten beinahe alle Bilder, die ich von Touren und Trips hier herein gestellt habe, eines gemeinsam: Einen blauen Himmel und Sonnenschein.
Und in der Tat hatten wir ja bislang immer tierisches Glück und sowohl bei Tramping-Club-Ausflügen, in den Easter-Breaks, bei diversen Daytrips in die Umgebung als auch bei unserem Roadtrip in den Mid-Semester-Breaks konnten wir die schönsten Ecken der Südinsel sowohl bei perfekten äußeren Bedingungen in unseren Köpfen sowie auf unseren Kameras festhalten.
Dennoch wird es einigen von Euch noch in Erinnerung sein, dass ich vor meiner Abfahrt erhebliche Bedenken bezüglich der Wetterlage in Neuseeland gehegt habe. “Eine bodenlose Übertreibung” werden sich bestimmt einige gedacht haben, nachdem ich selbst Ende April noch von sommerlichen Temperaturen mit kurzen Schwimmstops im Meer in der Tasman Bay und in den Marlborough Sounds geschwärmt habe. Und, um ehrlich zu sein, hatte man tatsächlich den Eindruck, als würde der Winter dieses Jahr hier aussetzen.
Nunja, das war bis vor 2 Tagen auch noch denkbar, denn da war noch eine Mittag-Lernpause auf einer sonnenüberfluteten Terasse im T-Shirt möglich. Erstes Anzeichen für einen raschen Wetterwechsel war dann jedoch der sich plötzlich änderende Kleidungsstil: Statt Shorts und Flip-Flops erschienen die Studis am Freitag schon mit festem Schuhwerk, langer Hose, Kapuzenpulli und Schal in der Uni. Und in der Tat: Seit gestern ist es schweinekalt hier!! Nicht nur das: Es regnet hier überfallartig, immer so 5 Minuten pro Stunde, Timing ist also im Moment bei zu überbrückenden Wegen höchstes Gebot.
Gestern abend habe ich dann auch endlich zum ersten Mal Gebrauch meines kleinen Heizlüfters in meinem Zimmer gemacht, nachdem sich die Temperatur im Zimmer bei geschätzten 10 bis 12 Grad bewegte. Der Erfolg war überraschend zufriedenstellend, zumindest wenn man ihn direkt neben sich stellt. Bewegt man sich 2 Meter weg, hat sich nicht wirklich viel geändert; hoch lebe eine gute Isolierung..
(die hier aber leider nicht vorhanden ist..).
Laut Wetterprognose ist für die nächsten Tage bzgl. Niederschlag eine deutliche Besserung in Sicht, temperaturmäßig bleibt es jedoch frisch.
Aber ich möchte ja gar nicht jammern, sondern mich gedanklich lieber schon auf das Semesterende (28. Mai) freuen. Auch wenn bis dahin noch eine Menge Arbeit vor mir liegt, ist die Aussicht, danach noch ca. 7 Wochen frei zu haben, äußerst verlockend. Bis heute stand zudem die Frage im Raum, wie ich die Zeit im Juni verbringen werde, bis es ja dann am 3. Juli auf die Cook Islands und schließlich am 17. Juli zurück gen Heimat geht.
Im letzten Beitrag hatte ich bereits angekündigt, dass mir große Zweifel am ursprünglichen Plan aufkamen, ob eine 3-wöchige Reise über die Nordinsel Neuseelands wirklich das richtige ist. Ich denke, dass die letzten Tage ein Vorgeschmack auf das dann dort verherrschende Wetter gewesen wäre: 10 Grad Außentemperatur, viel Regen, viel Wind und Tage, die um halb 6 enden. Ob das wirklich mein letzter Eindruck von Neuseeland sein sollte?
Doch was wären die Alternativen? Auf der Südinsel bleiben? Nicht wirklich ratsam, da klimatechnisch noch ungemütlicher als die Nordinsel.
Nach einigen Recherchen und etwas Überzeugunsarbeit bei Adam und Michael steht seit heute das endgültige Reiseziel fest: Australien!! Nachdem ich am 4. Juni Dunedin endgültig hinter mir lassen werde, befördert uns am Tag drauf ein Flug von Christchurch nach Brisbane! Brisbane, falls es jemand nicht kennen sollte, ist eine Stadt an der australischen Ostküste im “Bundesstaat” Queensland. Juni ist eine sehr gute Reisezeit für dieses Gebiet, da die Regenzeit vorbei ist und zudem die Temperaturen ein angenehmes Mittel von 25 Grad erreichen. Außerdem sind die gefährlichen Seewespen (eine giftige Quallenart) zu diesem Zeitpunkt weitestgehend aus den Gewässern verschwunden.
Bis zum 28. Juni werden wir die Ostküste in Richtung Cairns hinauffahren, bei dem wir das absolute High-light dieses Trips passieren werden: Das Great Barrier Reef! Ich bin jetzt schon sehr aufgeregt, wenn ich daran denke, dieses Gebiet bald beim Schnorcheln und, wer weiß, eventuell auch beim Tauchen zu erkunden.
Details haben wir noch keine geplant, aber bis dahin ist ja auch noch ein wenig Zeit. Der Plan sieht zumindest vor, dass wir uns ein Auto mieten und entweder in Backpackern oder im Zelt übernachten. Auch eine Überfahrt zu den Whitsunday Islands steht zur Diskussion, aber wie gesagt, mit dem richtigen Reiseführer im Gepäck wird sich auch vor Ort noch das meiste organiseren und regeln lassen.
Nachdem das Kapitel “Australien” dann wie gesagt am 28. Juni beendet wird, geht es für mich von Cairns aus nach Auckland, wo ich dann 4 komplette Tage Aufenthalt vor dem Weiterflug auf die Cooks haben werde. Zeit genug also, noch an der Bay of Islands und dem noch erhaltenen Hobbitdorf aus Lord of the Rings vorbeizuschauen. Wird eine krasse Zeit, glaube ich.
Und jetzt sitzte ich in der Uni-Bibliothek und muss mich dazu motivieren, mein Essay zu schreiben, was ich am Donnerstag abgeben muss. Die Ruhe vor dem Sturm quasi. Obwohl.. Gerade hagelt es draußen wieder und der Wind peitscht die Körner an die Scheibe. Da muss ich gestehen: Da ist mir der “Sturm” mit dem Namen “Australien und Cook Islands” deutlich lieber
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MidSemester Break, die Zweite
Weiter geht es mit …
Mittwoch, 23. April
Nachdem tags zuvor der Versuch, den Sonnenaufgang an der Tasman Bay zu verfolgen, noch fehlgeschlagen war, wagten wir es an diesem Morgen ein weiteres mal; auch wenn der Protest von Adam (“Ich komm nicht mit…”) und Michael (“Grrrrrrrrrrrrrrrrrr”) gegen den um 6:20h klingelnden Wecker hartnäckig, letztendlich jedoch zwecklos war. Wenige Minuten später waren wir dann zumindest am Strand in Collingwood, und dieses Mal sollten wir mehr Glück haben. Kurz vor dem Sonnenaufgang:
Nachdem sich die Sonne erst nur langsam an den Horizont tasten wollte, strahlte sie dann wenige Minuten später doch in dunklem Rot über das Meer:
Zu erwähnen ist unbedingt aber noch das Hostel, in dem wir in dieser Nacht geschlafen haben. Zum einen gab es hier eine total coole Katze (die aber immer nur dann da war, wenn kein Fotoapperat in der Nähe war), zum anderen war die Lage des Hostels sehr lustig; denn inmitten des Grundstücks stand eine Kirche, die dann wiederum vor den Ausläufern des Meeres:
Für diesen Tag hatten wir uns einen Abstecher zum nördlichsten Teil der Südinsel vorgenommen, der den schillernden Namen Farewell Spit trägt. Zur Einstimmung mal wieder ein Bild, das wie geschaffen für Neuseeland ist:
Der Farewell Spit hingegen ist eine Art langgezogene Halbinsel, auf der sich in der dort vorherrschenden Wüstenlandschaft ein Vogelreservat befindet, so dass man als Besucher nicht auf den Küstenstreifen darf. Von einem in der Nähe befindlichen Hügel hat man dennoch einen guten Überblick:
Traumhaft wurde es dann wieder, als wir an einer anderen Stelle doch an die Küste gelangten und dort ein wenig im Sand spazieren gehen konnten:
Wie ich bereits sagte: Ein Traum!
Um etwas Zeit des Rückweges zu sparen, entschieden wir uns dafür, nicht den normalen Weg zu nehmen, der uns auf dem Hinweg zu diesem einsamen Strandabschnitt gebracht hatte, sondern es mit Bushbashing zu probieren. Bushbashing heißt nichts anderes als mitten durchs Gestrüpp, durch Dornen, hohe Gräser, Farne und was sonst noch so hier wächst. Selbstverständlich alles ohne Weg. Leider hatten wir dabei einen kleinen Ausfall zu beklagen:
Nachdem aber auch Michael wieder auf den Beinen war, ging es über schafüberflutete Wiesen wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Persönliches Highlight meinerseits war dann noch eine Begegnung mit Schafen, die gerade von einer Weide auf die nächste Weide geleitet wurden, jedoch nicht mit Gegenverkehr (uns!) gerechnet hatten. Da Schafe in der Regel äußerst schreckhafte Tiere sind (und hier wurde keine Ausnahme gemacht), gab es einiges an Konfusion, z.B. liefen die Schafe von Panik getrieben auf die falsche Weide, blieben einfach stehen, womit, wie Michael treffend formulierte, ein “Stau auf der Schafautobahn” entstand, oder aber die Schafe spurteten, ihren ganzen Mut zusammennehmend, in einem Höllentempo an uns vorbei und sprangen dabei teilweise quer durch die Luft. Glücklicherweise habe ich das ganze Spektakel auf Video aufgenommen, so dass ich versuchen werde, das Video noch heute auf Youtube upzuloaden. Den Link werde ich dann schnellstmöglich hier veröffentlichen, sofern es denn geklappt hat.
Am abend hatten wir dann erneut noch eine mehrstündige Autofahrt vor uns, die schließlich bei Erreichen der Kleinstadt Motueka endete. Nach Chili con carne und Billard (bei der Adams und meine Revanche gegen Marcus und Miriam für die empfindliche Niederlage beim Billard-Zock in Haast deutlich fehl schlug) waren wir froh, endlich im Bett zu liegen, insbesondere mit der Gewissheit, am nächsten morgen nicht wieder zwecks Sonnenaufgang allzu früh aufstehen zu “müssen”.
Donnerstag, 24. April
Was aber trotzdem nicht bedeutete, dass wir lange ausschlafen konnte. Gegen 8:00 Uhr morgens waren bereits wieder alle Gepäckstücke von Pack-Meister Adam im Auto verstaut worden, so dass wir unseren Road Trip bei erneut traumhaften Wetter weiter fortsetzen konnten. Ziel dieses Mal: Die Marlborough Sounds, an der Nord-Ost-Küste der Südinsel gelegen. Nach ca. dreistündiger Autofahrt, bei der wir die Großstadt Nelson links liegen ließen, gab es schon zu Beginn furiose Aussichten:
Heute war es, ob man es für Ende April (vergleichbar mit Ende Oktober in Deutschland) glauben mag oder nicht, richtig heiß, noch heißer als am Tag zuvor am Farewell Spit (Golden Bay).
Und was eignet sich bei solchen äußeren Bedingungen und diesem Überangebot verlassener Stände besser als ein Sprung ins kühle Nass? Richtig, nichts! Gesagt getan, inmitten der Sounds ging es also für eine gute halbe Stunde noch schwimmen:
Anschließend chillten wir noch weiter 2 Stunden auf den oben abgebildeten Stühlen und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Anscheinend hatte ich etwas zu viel Sonne abbekommen, denn als wir schon längst wieder an einer anderen Stelle des Sounds angelangt waren, fiel mir auf einmal auf, dass ich meine Kamera (mit einer Menge wertvoller Bilder und, vor allem, dem Schafvideo!!) an eben jenen Stühlen hatte liegen lassen. Nichts wie rein in Udo (der sich heute im übrigen zum ersten Mal durch ungewöhnliche Motorgeräusche und Bremsenquietschen negativ bemerkbar machte) und zurück zum Strand. Entweder sind Neuseeländer ehrliche Menschen oder es war schlichtweg niemand da, der die Kamera hätte klauen können, aber ich habe nochmal gehöriges Glück gehabt. Glücklich schoß ich dann wenig später noch ein Abschiedsfoto vom Marlborough Sound:
Freitag, 25. April
Eigentlich wäre das Hostel in Havelock, in dem wir die Nacht auf Freitag verbrachten nicht sonderlich erwähnenswert gewesen, allerdings hielten wir am Frühstückstisch einen längeren Plausch mit Shane, einem Vorzeige-Neuseeländer und Besitzer des Hostels, der sich schon von jeder Klippe Neuseelands gestürzt hat und schon so ziemlich jede Extremsportart ausprobiert hat. Innerhalb von 10 Minuten hatten wir dann eine Einladung für kostenloses Hanggliding-Training (Drachenfliegen) hier in der Nähe von Dunedin in der Tasche. Bevor jetzt aber wieder vereinzelt Unruhe in Köln (Sülz
) auftritt, kann ich jedoch beruhigen, dass das ganze zwecks Zeit leider nicht laufen wird.
Heute stand wieder eine längere Autofahrt bevor, und wie das Schicksal mal wieder wollte, hatten wir prompt wieder einen Schlecht-Wetter-Tag dafür ausgewählt. Highlight des heutigen unspektakulären Tages war die Seerobben-Kolonie in der Nähe von Kaikoura:
Durch nichts ließen sich diese müden Meeresbewohner aus der Ruhe bringen:
Und noch Nummer 3:
(auf die Öhrchen achten
)
Auf dem Weg, der uns heute abend bis zu einer einsamen und alleinstehenden Waldhütte in Peel Forrest (in Southern Canterbury gelegen) führen sollte, passierten wir dann noch Christchurch. Alles was wir aber von der größten Stadt der Südinsel zu sehen bekamen, war ein Subway.
Samstag, 25. April
Und schon war der letzte Tag der MidSem-Breaks angebrochen. Auch wenn bei allen Reisenden langsam aber sicher Müdigkeit einsetzte, was vor allem daran lag, dass wir in 9 Nächten 9 verschiedene Unterkünfte und jeden Tag äußerst volles Programm hatten, war es schon schade, dass man wusste, dass es noch am Abend wieder ins heimatliche Dunedin zurückgehen sollte. Trotzdem hatten wir uns ein ganz besonderes Schmankerl bis ganz zum Schluß aufgehoben: White-water Rafting!
In Peel Forrest befindet sich nämlich der Rangitata River, auf dem täglich Rafting-Touren veranstaltet werden. Besonders reizvoll war neben der hervorragenden Lonely-Planet-Bewertung, nachdem es sich bei Rangitata Rafting um einen der besten Rafting-Anbieter auf der Südinsel handelt, dass hier Manöver der Kategorie 5 gefahren werden; was auf einer Skala von 1 (seichtes Wasser) bis 6 (unkontrollierbare Störmungen) schon recht ordentlich ist. Hier die Definition (Wikipedia):
Class 5: Whitewater, large waves, possibility of large rocks and hazards, possibility of a large drop, requires precise maneuvering (Skill Level: Advanced Whitewater Experience)
Bevor es aber ins Wasser ging, konnten wir uns noch mit Sandwhichs in der Hütte, in der wir in der Nacht zuvor geschlafen hatten, stärken. Hier ein Blick auf diesen überaus idyllischen Ort:
Wenig später begaben wir uns dann aber bereits, mit allem nötigen Equipment wie Neoprenanzug, Rettungsweste, Helm und Neoprenschuhen ausgerüstet, zum Rangitata River, der hier in einer Luftaufnahme zu bewundern ist:
Nach der Ankunft wurden dann die Boote ins Wasser gelassen:
Zu Wetter und Kulisse muss wohl kein weiteres Wort mehr verloren werden, oder?!
Bevor es dann wirklich endgültig ins Wasser ging, gab es noch schnell ein Foto unserer Crew, die sich, wie man sieht, schon in prächtiger Stimmung befand:
Am Anfang gab es dann zur Einstimmung erst einmal etwas leichtere Passagen, die wir ohne Probleme meisterten:
(Besetzung: Stefan, Toby (vorne), Marcus, Miriam (Mitte), Adam, Michael (hinten), Duncan (der Guide)
Schon wenig später stand dann jedoch die erste Kategorie 5 – Prüfung auf dem Programm. Hier unser Boot bei der Anfahrt auf diese Passage:
Jetzt wird es ernst:
Und schon ist nicht mehr viel vom Boot zu sehen (besonders die vorderste Reihe mit Toby und mir hatte viel “Spaß” mit den Wassermassen):
Aber am Ende war alles gut gegangen:
Was auf dem Bild zwar wie eine willkommene Abkühlung aussieht, war in Wahrheit allerdings eiskaltes Gletscherwasser. Nach Aussage unseres Guides war dieses Wasser noch 12 Stunden zuvor pures Eis. Trotzdem hielt uns die unangenehme Wassertemperatur nicht davon ab, noch einen weiteren Adrenalinkick mitzunehmen. Zum Ende der Tour hatte man nämlich noch die Möglichkeit, wahlweise von einer vier oder zehn Meter hohen Klippe ins Wasser zu springen. Wir sprangen selbstverständlich von beiden Klippen, womit sich meine Sammlung von Dingen, von denen ich hier runtergesprungen bin, erweitert hat. Neben 4 oder 10 Metern (Klippe) gab es ja da vor geraumer Zeit schon den 43-Meter-Bungy-Sprung sowie den Sprung aus 3650 Metern (Fallschirm).
Exemplarisch für die heutigen Sprünge hier ein Bild vom 10-Meter-Jump, kurz bevor ich, schön im 90°-Winkel (Aua!), im Wasser lande.
Nachdem ich dann Dank hinterlistiger Machenschaften von Adam und Michael auch noch einmal bei ruhiger Fahrt aus dem Boot befördert wurde, ging auch diese Tour nach einer heißen Dusche und BBQ in der Hütte zu Ende. Und somit, nach einigen weiteren Stunden Rückfahrt, auch unser kompletter Road-Trip. Ganze 2.800 Kilometer hatten wir seit der Abfahrt am Freitag mit Udo zurückgelegt, dem an dieser Stelle noch ein besonderes Lob zuteil werden soll. Bis auf ein paar Zicken am Donnerstag bei den Marlborough Sounds hat er klasse durchgehalten, und das auch auf nicht immer einwandfreien Straßen. Auch die bergigen Abschnitte insbesondere im Westen und zwischen Motueka und Collingwood machten Udo trotz 5 Leuten mit Gepäck nichts aus.
Wie man aus der Anzahl der tollen Fotos bestimmt schon schlussfolgern kann, war es ein toller Trip, der uns viele schöne Ecken der Südinsel offenbarte. Dass wir dabei an eigentlich jedem Tag tolles Wetter (von den beiden Autofahrtagen abgesehen), passte da natürlich wunderbar ins Bild.
Die Kehrseite an der ganzen Sache ist nun allerdings, dass ich bis zum Ende des Semesters (28. Mai) wohl keine größeren Trips mehr machen werde. Zumal langsam aber sicher hier der Winter einsetzt, am Wochenende ist zum ersten Mal mit deutlichen Minustemperaturen während der Nacht zu rechnen. Außerdem wird es mittlerweile schon gegen 18 Uhr dunkel, und es wird mit mehr Niederschlag zu rechnen sein.
Ob das so gute Voraussetzungen für eine Tour über die Nordinsel im Juni sind, wie es bislang eigentlich geplant war?? Ich habe mir da jedenfalls schon ein paar Gedanken drüber gemacht und werde mich diesbezüglich schon bald etwas ausführlicher hier dazu melden.
Viele Grüße
Stefan
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Mid-Semester Breaks, die Erste
So, endlich melde ich mich wohlbehalten und braungebrannt aus den MidSemester-Breaks zurück. Dieses Mal hat das Phototauschen untereinander etwas länger gedauert, deswegen habe ich mit dem Überblick über die Ereignisse der letzten Woche etwas länger gewartet, damit die Photosammlung auch vollständig ist.
3 Gigabyte und 1.758 Photos später kann ich jedoch schon einmal vorweg nehmen, dass es einmal mehr eine tolle Woche war, in der wir eine Menge erlebt, gesehen und gemacht haben. Wie schon einst bei der Easter-Break gibt es dieses Mal das ganze wieder in zwei Teilen, was Leser einerseits aber vor allem auch Schreiber andererseits etwas entlastet. Letzterer hat ja immerhin schon die Mammut-Aufgabe, aus den 1.758 Photos die Creme-de-la-Creme auszuwählen (was aber ohnehin unmöglich ist, sonst müsste ich hier 500 Bilder reinstellen). Beginnen werde ich chronologisch, mit dem Tag unserer Abreise:
Freitag, 18. April:
Wie ja bereits im letzten Eintrag angesprochen, musste ich noch ein Essay für einen meiner Kurse fertigstellen, bevor es losging. Pünklich 5 Minuten vor Abfahrt ging besagte Mail dann an den Dozenten raus, was nur Dank einer Nachtschicht bis halb 3 nachts möglich war. Umso mehr freute ich mich daher also auf die die Reise an den kommenden Tagen, die uns um die halbe Südinsel führen sollte. Meine “Gefährten” waren dieses Mal wie schon bei den Easter-Breaks Adam und Michael (der stieß allerdings erst am Sonntag zu uns), und dieses Mal zusätzlich Marcus und Miriam. Zur besseren Orientierung hier eine Karte der Südinsel mit dem eingeschlagenen Weg:
Ich hoffe, man kann einigermaßen etwas erkennen. Am Freitag stand zunächst hauptsächlich eine längere Autofahrt an. Der erste Abschnitt führte uns raus aus Dunedin nach Wanaka. Wanaka, einst auch Ziel für unseren Skydive einige Wochen zuvor, zeigte sich nach teils heftigen Regenfällen während der Autofahrt von seiner schönsten Seite:
Und noch einmal Lake Wanaka:
Auf dem weiteren Abschnitt von Wanaka nach Haast, passierten wir zudem noch die sogenannten Blue Pools. Woher diese ihren Namen haben, erkennt man auf dem folgenden Bild recht gut:
Nachdem wir dann den Haast Pass hinter uns gelassen hatten, erreichten wir nach Einbruch der Dunkelheit unseren Backpacker in Haast, einem kleinen Dorf an der Westcoast. Keine 300 Einwohner hat dieser einsame, verschlafene Ort, daher umso erstaunlicher, dass wir abends einen gut besuchten Pub mit leckerem Monteiths-Bier und Billard-Tisch finden konnten. Nachts war es dann richtig kalt, was, wie ich denke, hauptsächlich am sternenklaren Himmel lag, der durch einen imposanten und sehr hellen Vollmond komplettiert wurde.
Samstag, 19. April
Die erste gute Nachricht gab es dann direkt mit dem Aufwachen: Bis auf ein wenig Frühnebel schien schon früh morgens die Sonne, keine Wolken waren am Himmel auszumachen. Nach dem Frühstück verließen wir unsere Herberge (die sich als die mit Abstand schlechteste der ganzen Reise herausstellen sollte) Richtung Jacksons Point, einem kleinen Fischerdorf direkt an der Küste:
Vom im Lonely-Planet-Reiseführer angekündigten “endless rain” konnte allerdings (glücklicherweise!) keine Rede sein. Stattdessen chillten wir etwas ibei strahlendem Sonnenschein m Ort, bevor wir uns mit Udo (unserem Auto) zu den Red Mountains aufmachten:
Da unser Ziel für diesen Abend Fox, einem weiteren kleinen, jedoch sehr touristischen Dorf, an der Westküste war, begaben wir uns fortan weiter Richtung Norden. Auf diesem Streckenabschnitt, stets der kurvigen Küstenstraße durch den Regenwald folgend, suchten wir uns für unseren Nachmittags-Snack eine besondere Kulisse mit einem besonderen Ausblick aus, den sogeannten Knights Point:
Dieser Lunch wurde jedoch einmal wieder von unseren alten Bekannten beeinträchtigt: Den Sandflies!! Ohne Insektenspray (zu faul, es aus dem Auto zu holen) wurde ich an den Händen regelrecht von den Biestern aufgefressen, ein Andenken, das mich auch jetzt im Moment, wo ich diesen Eintrag mache, noch begleitet. Zwar trafen wir auch in den folgenden Tagen noch häufiger auf die Plage, doch dank Spray und Vorsichtsmaßnahmen (Hosenbeine in die Socken, sonst kommen die trotzdem auf die Beine geflogen) konnte zumindest ich den Schaden bei weiteren Begegnungen in Grenzen halten. Mit schnell einsetzendem Juckreiz an den Händen ging es dann schließlich weiter nach Fox. Da es immer noch hell war, statteten wir dem beeindruckenden Lake Metheson (nur wenige Minuten von Fox entfernt) noch einen schnellen Besuch ab:
Bei den schneebedeckten Bergen im Hintergrund handelt sich im übrigen um die beiden höchsten Berge Neuseelands, den Mount Cook sowie den Mount Tasman.
Zum Ausklang dieses ereignisreichen Tages fuhren wir dann noch zum Gillespies Beach, ebenfalls nur wenige Kilometer entfernt. Leider verpassten wir den Sonnenuntergang um ein bis zwei Minuten, so dass wir nur mit einem roten Streifen am Horizont den immensen Gewalten der Wellen lauschen durften:
Den Tag ließen wir dann im Ivory Tower, unseren Backpacker für diesen Tag, mit einer riesigen Portion Nudeln ausklingen.
Sonntag, 20. April
Das erste große Highlight der Breaks stand nämlich am Sonntag an: Einer ganztägigen Gletschertour über den Fox Glacier. Pünktlich um 10 Uhr ging es für unsere Gruppe los, nachdem wir mit dem nötigen Equipment (Steigeisen, Schuhe, Winterklamotten) ausgestattet wurden. Hier zunächst ein Blick von unten auf das riesige Gletschergebiet:
Auf dem Gletscher angekommen, suchten wir mit unserer Anführerin Sophie nach Auffälligkeiten, wie zum Beispiel Eishöhlen. Die wir dann auch fanden:
Die Gletschertour war in der Tat äußerst eindrucksvoll und für alle (zukünftigen) Neuseeland-Reisenden sehr empfehlenswert. Glücklicherweise hatten wir keinen der 200 üblichen Regentage pro Jahr erwischt, sondern erneut puren Sonnenschein. Trotzdem war es auf dem Gletscher teilweise ziemlich frisch, kein Wunder, wenn man bedenkt, dass man auf einer 100 Meter hohen Eisschicht spaziert. Was zudem interessant ist, ist, dass sich der Gletscher pro Tag mehrere Meter Richtung Tal bewegt, also sogar größer wird. Insgesamt gibt es in NZ 3.000 Gletscher, was, wenn man bedenkt, dass es sich bei Neuseeland nicht gerade um das größte Land handelt, eine immens hohe Zahl ist. Zum Abschluss gab es dann noch ein Gruppenphoto unserer Gruppe:
(Adam, meine Wenigkeit, Miriam, Marcus)
Nachdem wir den Abstieg hinter uns hatten und wieder in den Ort Fox gebracht wurden, stieß dann auch endlich Michael mit eintätiger Verspätung zu uns. Von Fox steuerten wir dann unser nächstes Ziel an, erneut ein sehr verlassener Ort: Okarito. Ein echter Glücksgriff, wie sich herausstellen sollte. Zum einen war unsere Unterkunft große Spitze, vor allem Dank eines Kamins mit Feuerholz. Aber auch ein Special-Feature sollte uns im Kollektiv erheitern: Im Aufenthaltsraum (den wir im übrigen ganz für uns alleine hatten) befand sich eine Klingel, mit der man die Betreiberin des Hostels bei Bedarf rufen konnte; was sich zum Running-Gag entwickelte, da wir die gute Frau aufgrund Problemen mit Gasherd und Kamin gleich 3x innerhalb kürzester Zeit zu uns rufen mussten. Vor dem Schlafengehen begaben wir uns noch kurz zum Strand, an dem es zwar frisch, aber auch unglaublich schön war. Erneut beglückte uns ein wolkenfreier Himmel mit Vollmond. Die Brandung war zudem sehr gewaltig, so dass man die Wellen bis ins ca. 300 Meter entfernte Hostel deutlich hören konnte.
Montag, 21. April
Für den Montag hatten wir uns aufgrund schlechter werdender Wetterprognosen für die West Coast eine längere Autofahrt vorgenommen. Bis zum Abel Tasman Nationalpark ganz im Norden der Südinsel sollte es heute für uns gehen. Da beim Aufstehen jedoch erneut die Sonne schien, ließen es sich Adam und ich nicht nehmen, noch einmal schnell zum Strand aufzubrechen und folgende Anblicke zu genießen:
In der Tat wurde dann während der Autofahrt das Wetter allmählich schlechter, obwohl es aber immerhin größtenteils trocken blieb. Nach einer Stärkung bei McDonalds in Grewmouth, einem eher unschönen Ort an der West Coast, passierten wir auf unserem Weg in den Abel Tasman Nationalpark noch die Pancakes-Rocks, die wie ich finde zwar eher unspektakulär waren (obwohl sie neben den Gletschern die Touri-Hauptattraktion an der West-Coast sein sollen), der Vollständigkeit halber jedoch trotzdem nicht unerwähnt bleiben sollen:
Nach mehrstündiger Autofahrt erreichten wir dann gegen 21 Uhr dann schließlich unseren Backpacker (Old McDonalds Farm) für diesen Abend, der sich in Marahau befand. Dass auch Neuseeland ein Dorf ist, zeigte sich an diesem Abend, da wir unsere Hütte für diese Nacht direkt dort gepachtet hatten, wo eine andere uns bekannte Reisegruppe deutscher Studis aus Dunedin ihre Zelte aufgeschlagen hatte. So konnten wir bei einigen Bieren bzw. Wein bereits erste Reiseerfahrungen austauschen.
Dienstag, 22. April
Obwohl aufgrund der Autofahr-Strapazen und dem stets vollen Terminkalender langsam aber sicher etwas die Reisemüdigkeit einsetzte, wollten wir den Versuch wagen, den Sonnenaufgang über den kristallklaren Wasser der Tasman Bay zu verfolgen und verließen daher schon um halb 7 unsere Unterkunft. Ein Versuch, der (zumindest dieses mal) scheiterte, da am Horizont einige dicke Wolken die Sicht auf die aufsteigende Sonne verdeckten.
Der Hauptprogrammpunkt des heutigen Tages war Kayak. Nachdem zumindest Adam, Michael und ich bereits an Ostern den Milford Sound per Kayak unsicher gemacht hatten, wagten wir uns heute in die Tasman Bay, dieses Mal jedoch ohne Guide. Dafür jedoch mit einem einstündigen Briefing für den Notfall und Transport zum Strand. Wir hatten sehr viel Spaß und mussten teilweise mit ziemlich krassen Wellen und einer starken Strömung kämpfen. Doch bis auf einen Aufsetzer auf einen Felsen von Adam und mir blieben wir vor Zwischenfällen verschont. Stattdessen hieß es das Panorama und das mittlerweile wieder bessere Wetter zu genießen:
Da wir wie erwähnt eine ungeführte Tour machten, konnten wir dementsprechend auch unsere Strände für unsere Pause unabhängig und frei wählen. Einen echten Glücksgriff gelang uns mit diesem menschenleeren und sonnenüberfluteten Strand:
Michael und ich ließen es sich dann auch nicht nehmen, zumindest für wenige Minuten ins Wasser zu springen, eine kalte, aber erfrischende Abwechslung. Apropos Michael: Seine absolut stylische Homer-Simpson-Gedächnis-Kopfbedeckung muss hier selbstverständlich noch schnell erwähnt und gezeigt werden:
Weiter so!
Auf dem Rückweg mussten wir dann die ganze Zeit gegen die Strömung anpaddeln, jeder, der einmal an der See Fahrrad gefahren ist, weiß, wie sich das dann im Gegenwind anfühlt
. Immerhin wurde uns dieser Abschlussakkord mit einem schönen Panorama versüßt:
Nachdem wir dann wieder am Ausgangspunkt abgeholt wurden, durften wir noch schnell unter die heiße Dusche (mit den nassen Klamotten war es richtig kalt an Land), bevor die Reise schon wieder weiter ging: Noch eine 2-stündige Autofahrt nach Collingwood stand bevor, einer 200-Seelen-Gemeinde nördlich des Abel-Tasman-Parks.
Was wir von dort aus noch unternommen haben, ob das Auto bis zum Ende durchgehalten hat und warum wir auch in den nächsten Tagen noch häufiger ins kühle Nass springen mussten, könnt Ihr schon bald hier lesen.. Viele Grüße nach Deutschland!
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Endspurt und Preview MidSemester Breaks
Oh Mann, was freue ich mich auf morgen!
Die letzten Tage waren ziemlich hart, weil ich noch 2 Assignments für die Uni fertig stellen musste. Eines von den beiden muss ich zwar heute abend/nacht noch fertigstellen, aber Assignment No. 1 haben wir heute mit Abgabe eines Strategie-Reports über ein lokales Cafe und einer, wie ich uns selbst mal loben muss, äußerst innovativen Präsentation abgeschlossen. Anstelle des üblichen “Folien-Runterrasseln”-Gedöns haben wir eine Kombination eines theoretischen Power-Point-Teil mit einer Art Theaterstück, die die Atmosphäre des von uns analysierten Cafes wiederspiegeln sollte, vorgeführt. Mir hat es recht gut gefallen, hoffentlich sieht das Phil, unser völlig verplanter Lecturer genauso..
Wenn ich dann im Laufe des Tages dann auch noch ein Essay für einen anderen Kurs fertiggestellt habe und noch einen Termin mit dem Dozent meines 3. Fachs wahrgenommen habe, kann es dann endlich in die MidSemesterBreaks losgehen.
Der Plan ist der Folgende: Am Freitag wollen wir zunächst eine recht lange Strecke mit dem Auto zurücklegen und die erste Nacht in Haast an der West Coast verbringen. Die West Coast ist ebenso wie Fjordland eine sehr regenreiche Region, also ist wasserdichte Kleidung mal wieder ein Muss. Ansonsten ist sie fast menschenleer, das verspricht einmal mehr, abenteutlich zu werden. Vor allem, und das war Anfang Woche eine wirklich miese Nachricht, weil es um unser Auto leider nicht allzu gut bestellt ist: Was als einfacher und allgemeiner Auto-Check vor der 9-tätigen Reise gedacht war, stellte sich als brutales Quasi-Todesurteil heraus: Irgendwas (genau was, das hat keiner bzw. zumindest ich nicht verstanden
) ist mit unserem Motor nicht in Ordnung. Reperatur würde mehr als 2000 Bucks kosten, also fast das doppelte vom Kaufpreis. Haben wir dementsprechend nicht gemacht, jetzt gilt das Prinzip Hoffnung..
Ich bin wirklich gespannt, ob das Auto die ganze Tour durchhält. Bislang hat er ja bis auf unglückliche Zufälle wie Steine und Nägel auf der Fahrbahn noch einen guten Eindruck gemacht, auch der “Sound” hört sich meiner Meinung vollkommen normal an. Da ich aber leider hier nicht der Mechaniker bin, hat das wohl leider nix zu bedeuten. Ich tröste mich so lange zumindest damit, dass die Bremsen in einem guten Zustand sind.. Okay, zugegeben, davon hat man auch nix mehr, wenn der Motor dahin ist..
Mit jeglichen Schreckensszenarien beschäftigen wir uns jedenfalls erst, wenn es eingetreten ist. Zumindest sind wir heute noch schnell in den AA (nein nicht Anonyme Alkoholicker, sondern die hier ansässige Automotive Assosiaction) eingetreten, für den Fall der Fälle. Okay, ob uns das etwas bringt, wenn wir mitten in der Wallachei liegen blieben, ist fraglich, da man dort sowieso nirgends Handy-Empfang hat, aber schaden kann es ja trotzdem nicht.
Angenommen, das Auto tut erneut seinen Dienst, könnte es gut sein, dass wir noch bis zum Norden der Südinsel, zur Golden Bay, Abel Tasman Bay und nach Nelson. Sollen beides sehr schöne Ecken sein. Als Highlight haben wir eine Gletschertour für Sonntag am Fox Glacier an der West Coast geplant, wäre toll, wenn sich die bis dato sehr ordentliche Wettervorhersage bestätigt.
Apropos Wetter: Wenn man von “ordentlich” spricht, sollte man mittlerweile jedoch beachten, dass Temperaturen jenseits 20 Grad mittlerweile zumindest hier unten in Dunedin passé sind. Heute morgen beispielsweise war es das erste mal so richtig kalt, so dass ich sogar überlegt habe, zum ersten mal den Heater einzuschalten. Ging aber noch, heute tagsüber hat dann sogar die Sonne geschienen und in der war es direkt wieder richtig warm. Trotzdem kommt man in den Morgen- und Abendstunden um eine Jacke nicht mehr herum. Naja, zumindest sage ich das, weil bei 5° Außentemperatur kann es einem ja schon einmal etwas kälter werden. Für den Durchschnittskiwi heißt das jedoch nachwievor Pulli, Shorts und Flip-Flops für Männlein und Top, halblanger Rock und Flip-Flop für Weiblein.
Insofern bin ich sehr froh, dass wir dieses Mal nicht zelten, denn in der Nacht fängt es zumindest bei klarem Himmel derzeit schon an zu frieren. Aber Deutschland ist ja scheinbar im Moment nicht wirklich besser dran, was ich so im Internet lese. Wenn man das mal mit dem letzten April 2007 vergleicht, bin ich froh, dass ich dieses Jahr im Ausland bin
So, das letzte Assignment ruft, während der Ferien gibt es vermutlich keine News, aber das hängt davon ab, wie viel Zeit wir Wetter- und Auto-bedingt in Hostels verbringen müssen
Viele Grüße,
Stefan
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Auf den Spuren des Ringes: Mount Sunday aka Edoras
Diejenigen unter Euch, die die Filmtriologie vom Herrn der Ringe gesehen und lieben gelernt haben, werden sich eventuell noch daran erinnern können, wie sie zum ersten Mal im zweiten Teil, “Die zwei Türme”, die Ebenen von Rohan gesehen haben. Ich zumindest war schon damals so angetan von diesen weiten Landschaften, eingeschlossen von Bergen, so dass ich mir seitdem gesagt habe: “Irgendwann möchte ich mal dort hin!”.
Gestern ging dieser langgehegte Wunsch nun in Erfüllung. Die sogenannten heiligen Hallen von Edoras, in denen in der Geschichte König Theoden mit seinem Nachwuchs Eowyn und Eomer wohnt, wurden einst auf dem neuseeländischen Berg Mount Sunday errichtet, der sich in der Region Canterbury befindet. Diese wiederum liegt auf zwischen Dunedin und Christchurch, ungefähr 4 bis 5 Autostunden von Dunedin entfernt.
So machte ich mich mit Michael, Marcus und Miriam am Donnerstag nachmittag, trotz dringend zu erledigender Assignments für die Uni, auf den Weg nach Methven, dem größten “Ort” in der Nähe, trotzdem ein ziemlich kleines Kaff. Nach einer Übernachtung bei einem sehr coolen Backpacker (Snow Denn Lodge) wurde es am Freitag morgen dann langsam ernst. Während Marcus eine Edoras-Tour bei einem Anbieter gebucht hatte, mussten Michael, Miriam und ich den Berg auf eigene Faust finden. Trotz Internetrecherche und Zu-Hilfe-nahme von Google.Earth war das in der Praxis dann gar nicht mal so einfach, da der Mount Sunday absolut kein Touri-Ort ist und er nirgends ausgeschildert ist.
Schließlich fanden wir dann dank Kiwi-Hilfe doch die richtige Straße. Obwohl Straße in diesem Kontext sehr wohlwollend ist, denn bei dem Weg handelte es sich eher um eine Schotterpiste, die zu Spitzenzeiten mit unserem Auto maximal 40 km/h, im Normalfall aber eher 10-30 km/h hergab. Wie Hohn wirkte dann schon fast folgendes platziertes Straßenschild, das wir dann bei Schrittgeschwindigkeit passierten mussten:
So bahnten wir uns dann langsam unseren Weg Richtung Berg. Schon von weitem war Mount Sunday auch ohne Herr-der-Ringe-Kenntnisse leicht auszumachen:
Und je näher wir kamen (was ja angesichts des rauhen Untergrunds nicht so schnell ging), umso lockerer wurde die Wolkendecke, die sich bis jetzt eigentlich sehr hartnäckig gehalten hatte:
Froh, dass unser Auto bis hierhin so tapfer durchgehalten hatte, begaben wir uns dann zielstrebig zu Fuß Richtung Berg. Einen richtigen Weg dorthin gibt es nicht, so dass man über privates Farmland, und dementsprechend über einige Zäune, gehen muss. Auch einige Flussläufe mussten wir überwinden:
Das heruntergefallene Rohan-Banner aus dem Film haben wir leider vergeblich gesucht, trotzdem ein Blick wert, Mount Sunday von unten:
Von oben sah dann alles noch ein wenig beeindruckender aus. Hier ein Blick auf den “Weg”, den wir gekommen waren:
Außerdem wurde eine totale Einstellung von Helms Klamm, ebenfalls bekannt aus “Die zwei Türme” in diesem Gebiet gedreht:
Einfach unglaublich, wie passend diese kleine Erhebung inmitten ziemlich hoher Berge, aber dennoch umgeben von einer kilometerweiten Ebene für den Film war. Ebenfalls unglaublich, wie einsam diese Region ist, nicht umsonst wird sie auch als “Erehwon” bezeichnet (Tip: Mal rückwärts lesen). Von dem Set sind jedenfalls keinerlei Spuren mehr vorhanden, wenn man von einigen Bohrlöchern in einigen Steinen absieht. Uns zumindest hatte nun die Abenteuerlust gepackt und wir wanderten noch ein wenig mehr in der Ebene herum, bis wir die “Steinwüste” (siehe Helms Klamm-Bild) erreicht hatten. Neben diversen weiteren Flüssen mussten wir diesesmal auch einen elektrischen Zaun überqueren. Nachdem jemand an einer empfindlichen Stelle “vom Blitz” getroffen wurde (gell, Michael?), traute ich mich nur noch unter Vorsichtsmaßnahmen hinüber:
Und hier der Vollständigkeit halber noch ein Blick aus der Steinlandschaft heraus in eine andere Schlucht:
Da wir etwas weit nach Norden gekommen waren, wählten wir für den Rückweg eine andere Route. Was nicht die weiseste aller Entscheidungen war, da wir so dieses Mal einen leckeren Gülle-Fluss überqueren mussten:
(kurz vorm Einsinken auf äußerst labilen Grasbüscheln)
Trotzdem hatte es Miriam wohl am schlimmsten erwischt:
Neben dem Gülle-Fluss hatten wir dieses Mal auch insgesamt noch mehr Flüsse als auf dem Hinweg. Also getreu dem Motto “Der Fluss ist der Weg, der Weg ist das Ziel!” watteten wir teilweise mehr durchs kalte Wasser als dass wir über Gras gingen:
Immerhin wurden so die Schuhe und Beine nach der Gülle-Überquerung wieder sauber. Schließlich erreichten wir zwar mit nassen Füssen, jedoch wohlbehalten wieder unser Auto, wo es zum Glück Ersatzschuhe und -socken gab.
Nachdem wir auch die Rückfahrt über die Schotterstraße ohne Zwischenfälle überstanden und Marcus in Methven abgeholt hatten, konnten wir uns wieder auf den Heimweg Richtung Dunedin machen. Insgesamt war es wieder ein superlustiger und toller Tag mit einem Panorama, das wieder vollkommen anders war als alles andere, was wir bislang in Neuseeland gesehen haben. Dazu sogar noch mit etwas Filmgeschichte und eigener Wunscherfüllung verbunden. Und das einmal mehr, trotz anfänglicher Skepsis und mieser Wettervorhersage, mit viel Sonne.
Die nächsten Tage stehen jetzt leider bis Donnerstag voll im Zeichen der Uni, da ich bis dahin noch eine Hausarbeit und eine Gruppenarbeit inkl. Präsentation fertigstellen muss. Doch es ist Licht in Sicht: Am Freitag beginnen die Mid-Semester-Breaks, an denen wir ganze 10 Tage herumreisen werden. Dann wird die regenreiche Westküste und eventuell noch der Norden der Südinsel in Angriff genommen.
Viele Grüße
Stefan
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