Soeben bin ich von meinem Wochenendtrip in Nicaragua zurueckgekehrt, und falls die Technik klappt, gibt es sogar ein paar Fotos.
Als Einstimmung auf die Fahrt gab es am Donnerstag abend eine Latino Night in einer Bar direkt am Strand gelegen. Neben ein paar peinlichen Salsa-Bemuehungen meinerseits gab es dafuer aber jede Menge Bier und Spass. Da am Freitag morgen noch unser woechentliches Examen in der Sprachschule anstand, machte ich mich dann aber gegen 2 Uhr nachts auf den Weg nach Hause.
Mehr oder weniger ausgeruht ging es dann mit Gepaeck am Freitag noch zum einstuendigen Test, bevor sich dann unsere Gruppe auf nach Nicaragua machte. Unser Bus, gefahren von Jerry (ich vermute, Anne, Wilma und Petra kennen ihn noch *gg*) traf sich dann mit einer anderen Truppe aus Hederia in Liberia, wo es nach einem Lunch dann Richtung Grenze ging. Das war dann wiederum ein Geduldsspiel, da aufgrund der Osterfeiertage sehr viel Leute unterwegs waren. Es gab auf jeden Fall hektisches Treiben, aber nach geschaetzten 2 Stunden waren wir dann endlich in Nicaragua.
Dort war dann Granada das Ziel, was wir nach Einbrechen der Dunkelheit auch erreichten. Quasi direkt aus dem Bus ging es dann in ein mexikanisches Restaurant, gelegen in einer sehr atmosphaerischen “Fussgaengerzone”, in der einem alle 2 Minuten ein tolles Souvenir von irgendwelchen Leuten ziemlich aufdringlich angeboten wird. Nach dem Essen gingen wir dann noch in eine Bar mit Live Musik, wo ich nach meinen schlechten Erfahrungen vom Tag zuvor mich mit dem Salsatanzen zurueckhielt, war dafuer aber sehr neidisch, als ich sah, wie gut das bei den Ticos aussieht. Alles in allem war damit der Grundstein fuer ein ziemlich cooles Wochenende gelegt.
Am Tag drauf begaben wir uns dann leicht uebermuedet auf eine Stadttour durch Granada. Waehrend Jerry am Pool seinen Kater auskurierte, scheuchte uns die Fuehrerin fuer ganze 4,5 Stunden (!!) durch die Stadt. Dafuer weiss ich jetzt, theoretisch, die komplette Stadtgeschichte, wann welches Gebauede auf welche Art und Weise abgebrannt ist, und kenne die kompletten Personenkonstellationen in der Geschichte Granadas. In der Praxis war es leider ein totaler Overload an Informationen, immerhin gab es ein paar schoene Eindruecke dieser alten Kolonialstadt+ (denke man sich ein Doppelpunkt anstelle des +, ich komme mit der Tastatur hier nicht klar *g*)
Okay, leider streikt die Technik, daher leider keine Fotos..
Nach der Stadttour/tortur ging es dann zu zwei verschiedenen Maerkten in der nahegelegenen Stadt Masaya. Waehrend der erste sehr touristisch war und damit eher unspektakulaer, bekamen wir beim zweiten Markt, wo ausschliesslich Einheimische ausser uns waren, einen guten Einblick in die einheimischen Gegebenheiten. Auf der anderen Seite wie gesagt interessant, auf der anderen Seite wurde ich bislang noch nicht bewusst schonmal mit einer solch verbreiteten Armut konfrontiert, wie es dort der Fall war. Die Autos hatten wir uebrigens auf einem Parkplatz beim ersten Markt geparkt. Als wir dann zurueck gekommen sind, war dann leider das Tor abgeschlossen, so dass wir erstmal ein wenig warten mussten. Zum Glueck war dann letztlich dann doch noch jemand da, so dass es dann weiter zum naechsten Ziel, beim Volcano Masaya, gehen konnte. Dies ist ein noch sehr aktiver Vulkan, der noch eine Menge Schwefel ausspuckt. Man kann sogar in den Krater reingucken, was ziemlich beeindruckend war. Auf dem Weg zum Vulkan ging aber einer unserer beiden Busse kaputt, bzw er machte Zicken, so dass wir kurzerhand alle zusammen in einen Bus verfrachtet wurden. Im Innenraum war aber trotz Stapeln von Personen nicht genug Platz, so dass noch 4-5 Leute aufs Dach mussten. Schliesslich bekamen wir dann Helme und Taschenlampen ausgehaendigt. Da es zum Schuhewechseln nicht mehr gereicht hatte, gingen wir dann mit Flip Flops ueber Stock und Stein und Mondschein, unterstuetzt von den Taschenlampen durch die Pampa, ein Wunder, dass keine Knoechel in Mitleidenschaft gezogen wurden *g* Unter anderem gingen wir an den Eingang einer Hoehle, wo Massen von Fledermaeusen rumflogen und auch schon fast bedrohlich nahe kamen, zum anderen betraten wir sogar eine aus Lavastein geformte Hoehle. Ziemlich beeindruckend die totale Dunkelheit, als alle Gleichzeitig ihre Taschenlampen ausschalteten.
Nach diesem anstrengenen Tag blieb es zumindest fuer mich dann abends bei Pizza, ein bisschen Entspannen auf der Terasse und frueh schlafen gehen.
Am letzten kompletten Tag besuchten wir morgens zuerst einen See, der ganz frueher Mal ein Krater war. Sehr schoene Kulisse, muss ich sagen. Ja, das wuerde ich gerne mit Euch teilen, geht aber ja leider nicht *g* Dort hingen wir dann ziemlich lange rum, die Party-Leute konnten den langsamen Tageseinstieg aber dem Anschein nach auch ganz gut gebrauchen. Gegen Nachmittag stand dann noch eine coole Bootstour auf dem Lago Nicaragua an, einem riesigen Suesswassersee. In dessen Verlauf kamen wir an einigen kleinen Inseln vorbei, neben einem Baum mit mindestens 50 Papageien konnten wir auch einige Kapuzinermoenche sehen, die mich mit ihrer Akrobatik schwer beeindruckten *g* Beim Aussteigen fielen dann meinem Zimmerkollegen Tibor, ein sehr lustiger Hollaender, noch seine 300-$-Sonnenbrille ins Wasser (was im uebrigen total ekelhaft und auch verseucht ist). Er ist dann trotzdem danach getaucht und hat sie sogar wiedergefunden. Dafuer hat er dann sein T-Shirt dort liegen lassen. Sehr lustig, das ganze *g*
Am Abend gab es dann ein ziemliches Saufgelage in einer Bar in Granada, wo ziemlich coole Live-Musik gespielt wurde. Auf dem Heimweg hatten wir dann einen verloren, der dafuer dann alleine nach Hause gehen musste und mal prompt um sein Portemonaie und beinahe auch um seine Kamera erleichtert wurde.
Heute stand dann nur noch die Rueckreise nach Samara auf dem Programm, wobei auch heute der Grenzuebergang wieder eine Tortur war. Hoch lebe Europa, kann man da nur sagen.
Jetzt bin ich ziemlich muede, lang wird der Abend fuer mich heute also nicht mehr. Morgen treffe ich mich mit Steffi und Timm, die ja mittlerweile auch in Costa Rica rumtouren, da werden wir dann eventuelle weitere Reiseplaene besprechen.
Was habe ich also aus Nicaragua mitbenommen? Eine Menge schoener Eindruecke von einem Land, welches doch sehr urspruenglich ist und die Menschen nicht wirklich mit Reichtum gesegnet sind. Zum anderen zum Glueck auch wieder alle Wertgegenstaende, leider hingegen auch einen ziemlichen Sonnenbrand auf den Schultern, das Schwimmen im See hat dann wohl doch etwas zu lang gedauert.
Liebe Gruesse nach Koelle und nach Deutschland!
Bin ja froh, dass diesmal jemand anders die Brille verloren hat. ;o)
Von: Katrin am März 31, 2010
um 7:47 am